Bayreuther Str. 105, Erlangen
Bayreuther Str. 105, 91054 Erlangen, Germany
Kläranlage Erlangen | Funktionsweise & Aufbau
Das Klärwerk Erlangen an der Bayreuther Straße 105 ist eine der wichtigsten technischen Anlagen der Stadt und ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen sammelt dort die anfallenden Abwässer, reinigt sie im Klärwerk, verwertet den entstehenden Klärschlamm und betreibt zugleich die dafür nötige Kanalisation. Die Anlage ist für bis zu 350.000 Einwohnerwerte ausgelegt und reinigt täglich rund 35.000 Kubikmeter Schmutzwasser. Damit ist sie nicht nur für Erlangen selbst relevant, sondern für ein weit darüber hinausreichendes Einzugsgebiet mit Stadt, Umland, Gewerbe, Kliniken und universitären Einrichtungen. Wer nach einer Kläranlage in der Nähe sucht, findet hier also keinen Ort für Events, sondern ein hochentwickeltes Stück kommunaler Infrastruktur, das sauber arbeitende Technik, Energiegewinnung und Gewässerschutz miteinander verbindet. ([erlangen.de](https://erlangen.de/themenseite/informationsservice/eigenbetriebe/ebe?utm_source=openai))
Funktionsweise der Kläranlage Erlangen
Die Funktionsweise des Klärwerks Erlangen folgt dem klassischen Dreiklang der Abwasserreinigung, wurde aber im Lauf der Jahre technisch weiterentwickelt und auf einen einstufig-biologischen Betrieb umgebaut. Zuerst wird das ankommende Abwasser mechanisch behandelt: Einlaufhebewerk, Stufenrechen, Sandfang und Vorklärbecken entfernen Grobstoffe, Sand und absetzbare Inhaltsstoffe. Anschließend übernimmt die biologische Reinigung mit Belebungsanlage, Nitrifikation, vorgeschalteter Denitrifikation und Nachklärung. Die Stadt beschreibt zudem eine Phosphatfällung im Zulauf der Nachklärung und bei Bedarf im Filtergebäude. So werden die natürlichen Selbstreinigungsprozesse von Gewässern in kontrollierten Reaktionsräumen nachgebildet und technisch stabil geführt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Besonders interessant ist dabei, dass die Anlage nicht nur auf Reinigung, sondern auch auf Störungsresilienz und Prozesskontrolle ausgelegt ist. Das Klärwerk verfügt über Hochwasserpumpwerke, die den Betrieb bei erhöhtem Wasserstand sichern, sowie über ein Prozessleitsystem, das Daten und Meldungen der Betriebszustände erfasst, verarbeitet, archiviert und dokumentiert. Ergänzt wird das durch Labor-, Dienst- und Betriebsgebäude, die den laufenden Betrieb absichern. Auch die getrennte Behandlung des bei der Schlammbehandlung anfallenden Abwassers gehört zur Funktionsweise der Anlage. Das zeigt: Die Kläranlage Erlangen ist nicht nur eine Reinigungseinheit, sondern ein präzise gesteuertes Gesamtsystem, in dem mechanische, biologische, chemische und digitale Komponenten ineinandergreifen. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Aufbau und Anlagenbereiche am Standort Bayreuther Straße 105
Der Standort in der Bayreuther Straße 105 umfasst deutlich mehr als einzelne Becken. In den städtischen Unterlagen werden als zentrale Bauwerke unter anderem Becken unterschiedlicher Tiefe und Grundrisse, verbindende Leitungen und Kanäle, Betriebsgebäude für Hebe- und Rechenanlage, die Gasanlage mit Blockheizkraftwerk, Faultürme, Anlagen zur Schlammentwässerung und -trocknung, eine Abwasserfilterung, die Brauchwasseraufbereitung sowie Betriebshalle, Garagen, Dienst- und Laborgebäude genannt. Dazu kommen Pumpwerke, die die Schlammströme zwischen den verschiedenen Reinigungsstufen aufrechterhalten und den sicheren Betrieb bei Hochwasser unterstützen. Der Standort ist damit ein industriell geprägter, hochfunktionaler Arbeitsort, dessen Struktur exakt auf die Anforderungen einer großen kommunalen Abwasseranlage zugeschnitten ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Für die praktische Orientierung ist wichtig: Das Klärwerk liegt am Nordrand der Stadt Erlangen und grenzt östlich jenseits von A73 und Staatsstraße 2244 an Wohngebiete der Gemeinde Bubenreuth. Die offizielle Adresse lautet Bayreuther Straße 105, 91054 Erlangen. Aus SEO-Sicht ist das besonders relevant für Suchanfragen wie Kläranlage in der Nähe oder Klärwerk Erlangen, weil der Standort klar verortet und kommunal eindeutig zugeordnet ist. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen arbeitet an zwei Standorten: Die Werkleitung, Verwaltung und der Klärwerksbau sitzen in der Werner-von-Siemens-Straße 61, während Klärwerk, Kanalbetrieb und -unterhalt an der Bayreuther Straße 105 angesiedelt sind. So wird die operative Arbeit zwischen Verwaltung und Anlage sauber getrennt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Einzugsgebiet, Anschluss und regionale Bedeutung
Die Kläranlage Erlangen ist für ein großes Einzugsgebiet dimensioniert. Das städtische Kanalnetz im Stadtgebiet umfasst rund 411 Kilometer mit 9.737 Schächten, 40 Entlastungsbauwerken unterschiedlicher Art und 22 Pumpwerken. Die Abwassersammelanlage arbeitet überwiegend im Mischsystem, also mit gemeinsamer Ableitung von Regen- und Schmutzwasser. Nur in einzelnen Bereichen wie der Sebaldussiedlung sowie Teilbereichen von Bruck, Eltersdorf, Büchenbach und Frauenaurach gibt es Trennsysteme. Auch modifizierte Mischsysteme in Entwicklungsgebieten wie Büchenbach West und Kriegenbrunn sind beschrieben. Das macht deutlich, wie stark die Reinigung am Klärwerk mit der Struktur des gesamten Stadt- und Umlandnetzes verbunden ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Die Leistung des Klärwerks ist dabei nicht allein auf Erlangen selbst ausgerichtet. Das offizielle Einzugsgebiet reicht von Eckenhaid im Osten bis Sintmann im Westen und von Kleinseebach im Norden bis Hüttendorf im Süden. Angeschlossen sind unter anderem Gemeinden wie Bubenreuth, Buckenhof und Möhrendorf sowie die Abwasserverbände Schwabachtal und Seebachgrund. Ende 2023 wurden insgesamt über 270.000 Einwohnerwerte beansprucht, davon etwas über 119.000 in Erlangen und mehr als 56.000 im Umland; hinzu kommen rund 95.000 Einwohnerwerte gewerblicher Einleiter. Zu den größten gewerblichen Einleitern zählen die Kliniken und Einrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Diese Zahlen zeigen, warum das Klärwerk nicht nur lokal, sondern regional eine Schlüsselrolle spielt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Geschichte vom Start 1957 bis zum Umbau im 21. Jahrhundert
Die Geschichte des Klärwerks Erlangen beginnt in einer Zeit, in der die Abwasserreinigung noch längst nicht den heutigen Standard hatte. Bis Anfang der 1950er Jahre wurde ein Großteil der Abwässer trotz ausgebautem Kanalnetz noch ungereinigt in die Regnitz geleitet. Erst 1957 nahm die Erlanger Zentralkläranlage am heutigen Standort ihren Betrieb auf. Die damalige Ausbaugröße betrug 60.000 Einwohnerwerte. Schon zwischen 1963 und 1978 wurde die erste Erweiterung nötig, unter anderem mit einer zweiten biologischen Reinigungsstufe, einem weiteren Faulturm, zwei Tropfkörpern und der Schlammentwässerung. Diese frühe Entwicklung zeigt, wie stark die Stadt mit wachsender Bevölkerung und wachsendem Infrastrukturbedarf reagieren musste. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Ein grundlegender Neubeginn erfolgte ab 2003: Das Klärwerk wurde bei laufendem Betrieb neu gestaltet und zu einer einstufig biologischen Anlage nach dem Belebtschlammverfahren umgebaut. Tropfkörper wurden abgerissen, neue Becken errichtet und vorhandene Becken zu Nitrifikations- und Denitrifikationsbecken umgebaut. 2008 konnte diese Maßnahme erfolgreich abgeschlossen werden. Bis 2014 folgten der Neubau der mechanischen Reinigung sowie die Sanierung und der Umbau der Faulung. Ab 2013 startete dann das energiewirtschaftliche und wasserrechtliche Ausbaukonzept 2030, das Reinigungsleistung und Energieoptimierung zusammen denkt. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt damit einen klaren Wandel von einer klassischen Kläranlage hin zu einer hochmodernen, kontinuierlich optimierten Umweltanlage. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Energie, Klärgas und nachhaltige Schlammbehandlung
Klärwerke gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern, und genau deshalb setzt Erlangen seit Jahren stark auf Eigenenergie und Effizienz. Aus den Faultürmen des Klärwerks werden jährlich rund 2,4 Millionen Kubikmeter Klärgas gewonnen, das zu etwa 60 Prozent aus Methan besteht. Dieses Gas wird in einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage genutzt, in der drei Gasmotoren mit jeweils 600 Kilowatt Nennleistung rund 5,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zusätzlich wird die anfallende Wärme über Wärmetauscher an Wärmeverbraucher im Klärwerk, etwa die Faultürme oder die Warmwasseraufbereitung, weitergeleitet. Die offizielle Broschüre beschreibt das Klärwerk deshalb als energiebewusst und zeigt, wie Abwasserreinigung und Energieerzeugung hier zusammengeführt werden. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Die Energieeffizienz wurde in den vergangenen Jahren systematisch gesteigert. Die Stadt nennt unter anderem die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Rührwerke, eine verbesserte Steuerung der Gebläsemotoren, größere Klärgasspeicher, die energetische Optimierung der Prozesssteuerung, neue Gasmotoren für die KWK-Anlage sowie den laufenden Austausch der Beleuchtung auf LED-Leuchtmittel und die Umrüstung der Fahrzeugflotte auf Elektroautos. Besonders wichtig ist die neue regenerative Schlammtrocknung: Seit 2023 arbeitet ein Bandtrockner, der den Schlamm auf über 90 Prozent Feststoffanteil bringt und die zu entsorgende Menge um 70 Prozent verringert. Laut Broschüre arbeitet diese Anlage vollständig CO2-neutral und spart zusammen mit der regenerativen Energie jährlich rund 18.000 Tonnen CO2-Äquivalente ein. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Klärschlamm, Phosphorrückgewinnung und 4. Reinigungsstufe
Ein wesentlicher Schwerpunkt des aktuellen Ausbaus ist die Klärschlammbehandlung. Hintergrund ist die veränderte Rechtslage zur Entsorgung und Verwertung von Klärschlamm sowie der Wunsch, wertvolle Stoffe zurückzugewinnen. In Erlangen wurde 2023 eine regenerative Schlammtrocknungsanlage in Betrieb genommen; zusätzlich wurde eine Anlage zur Phosphorrückgewinnung gestartet, bei der über eine Hydrolyse des Faulschlamms und das sogenannte MAP-Verfahren Struvit gebildet wird. Struvit kann als Langzeitdünger genutzt werden. Die Stadt erläutert zudem, dass Phosphor ein endlicher Rohstoff ist und Verluste vermieden werden sollen. Für einen kommunalen Betrieb ist das mehr als Technik: Es ist ein Baustein für Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Der nächste große Schritt ist die 4. Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination. Die Stadt Erlangen beschreibt, dass die bisherige Abwasserreinigung Spurenstoffe aus Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten sowie bestimmten Industrie- und Haushaltschemikalien fast vollständig im behandelten Abwasser belässt. Geplant ist deshalb eine zusätzliche Reinigung mit Ozon und Aktivkohle, wobei eine bestehende Filteranlage um- und ausgebaut wird. Das Vorhaben ist Teil des Ausbaukonzepts 2030, läuft seit 2020 und wurde im Bau- und Werkausschuss zuletzt am 9. April 2024 bestätigt. Für ausgewählte Indikatorspurenstoffe soll an Trockenwettertagen eine mittlere Eliminationsrate von mindestens 80 Prozent erreicht werden. Damit reagiert das Klärwerk auf eine der wichtigsten Umweltfragen moderner Abwasserbehandlung: Wie lassen sich auch kleinste Stoffmengen wirksam aus dem Wasserkreislauf entfernen? ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
Die Zukunft des Standorts ist dabei nicht auf Reinigungsleistung allein reduziert, sondern auf ein stabiles Gleichgewicht zwischen Umweltwirkung, Energiehaushalt und Wirtschaftlichkeit. Für die 4. Reinigungsstufe sollen zusätzliche Photovoltaikanlagen und weitere Klärgasspeicher eingesetzt werden, damit der Betrieb energieneutral bleibt. Die aktuellen Planungsunterlagen nennen für den Neubau von Ozonierung, Umbau des Abwasserfilters und PV-Anlagen Kosten von rund 36 Millionen Euro; bis zu 15 Millionen Euro staatliche Zuweisungen wurden in Aussicht gestellt. Als geplanter Fertigstellungstermin ist 2027 genannt. Für Erlangen bedeutet das: Die Anlage entwickelt sich weiter, ohne ihre Grundfunktion aus den Augen zu verlieren. Sie bleibt eine hochkomplexe, regionale Infrastruktur für sauberes Wasser, Ressourcenschutz und technische Innovation. ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
Quellen:
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Kläranlage Erlangen | Funktionsweise & Aufbau
Das Klärwerk Erlangen an der Bayreuther Straße 105 ist eine der wichtigsten technischen Anlagen der Stadt und ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen sammelt dort die anfallenden Abwässer, reinigt sie im Klärwerk, verwertet den entstehenden Klärschlamm und betreibt zugleich die dafür nötige Kanalisation. Die Anlage ist für bis zu 350.000 Einwohnerwerte ausgelegt und reinigt täglich rund 35.000 Kubikmeter Schmutzwasser. Damit ist sie nicht nur für Erlangen selbst relevant, sondern für ein weit darüber hinausreichendes Einzugsgebiet mit Stadt, Umland, Gewerbe, Kliniken und universitären Einrichtungen. Wer nach einer Kläranlage in der Nähe sucht, findet hier also keinen Ort für Events, sondern ein hochentwickeltes Stück kommunaler Infrastruktur, das sauber arbeitende Technik, Energiegewinnung und Gewässerschutz miteinander verbindet. ([erlangen.de](https://erlangen.de/themenseite/informationsservice/eigenbetriebe/ebe?utm_source=openai))
Funktionsweise der Kläranlage Erlangen
Die Funktionsweise des Klärwerks Erlangen folgt dem klassischen Dreiklang der Abwasserreinigung, wurde aber im Lauf der Jahre technisch weiterentwickelt und auf einen einstufig-biologischen Betrieb umgebaut. Zuerst wird das ankommende Abwasser mechanisch behandelt: Einlaufhebewerk, Stufenrechen, Sandfang und Vorklärbecken entfernen Grobstoffe, Sand und absetzbare Inhaltsstoffe. Anschließend übernimmt die biologische Reinigung mit Belebungsanlage, Nitrifikation, vorgeschalteter Denitrifikation und Nachklärung. Die Stadt beschreibt zudem eine Phosphatfällung im Zulauf der Nachklärung und bei Bedarf im Filtergebäude. So werden die natürlichen Selbstreinigungsprozesse von Gewässern in kontrollierten Reaktionsräumen nachgebildet und technisch stabil geführt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Besonders interessant ist dabei, dass die Anlage nicht nur auf Reinigung, sondern auch auf Störungsresilienz und Prozesskontrolle ausgelegt ist. Das Klärwerk verfügt über Hochwasserpumpwerke, die den Betrieb bei erhöhtem Wasserstand sichern, sowie über ein Prozessleitsystem, das Daten und Meldungen der Betriebszustände erfasst, verarbeitet, archiviert und dokumentiert. Ergänzt wird das durch Labor-, Dienst- und Betriebsgebäude, die den laufenden Betrieb absichern. Auch die getrennte Behandlung des bei der Schlammbehandlung anfallenden Abwassers gehört zur Funktionsweise der Anlage. Das zeigt: Die Kläranlage Erlangen ist nicht nur eine Reinigungseinheit, sondern ein präzise gesteuertes Gesamtsystem, in dem mechanische, biologische, chemische und digitale Komponenten ineinandergreifen. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Aufbau und Anlagenbereiche am Standort Bayreuther Straße 105
Der Standort in der Bayreuther Straße 105 umfasst deutlich mehr als einzelne Becken. In den städtischen Unterlagen werden als zentrale Bauwerke unter anderem Becken unterschiedlicher Tiefe und Grundrisse, verbindende Leitungen und Kanäle, Betriebsgebäude für Hebe- und Rechenanlage, die Gasanlage mit Blockheizkraftwerk, Faultürme, Anlagen zur Schlammentwässerung und -trocknung, eine Abwasserfilterung, die Brauchwasseraufbereitung sowie Betriebshalle, Garagen, Dienst- und Laborgebäude genannt. Dazu kommen Pumpwerke, die die Schlammströme zwischen den verschiedenen Reinigungsstufen aufrechterhalten und den sicheren Betrieb bei Hochwasser unterstützen. Der Standort ist damit ein industriell geprägter, hochfunktionaler Arbeitsort, dessen Struktur exakt auf die Anforderungen einer großen kommunalen Abwasseranlage zugeschnitten ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Für die praktische Orientierung ist wichtig: Das Klärwerk liegt am Nordrand der Stadt Erlangen und grenzt östlich jenseits von A73 und Staatsstraße 2244 an Wohngebiete der Gemeinde Bubenreuth. Die offizielle Adresse lautet Bayreuther Straße 105, 91054 Erlangen. Aus SEO-Sicht ist das besonders relevant für Suchanfragen wie Kläranlage in der Nähe oder Klärwerk Erlangen, weil der Standort klar verortet und kommunal eindeutig zugeordnet ist. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen arbeitet an zwei Standorten: Die Werkleitung, Verwaltung und der Klärwerksbau sitzen in der Werner-von-Siemens-Straße 61, während Klärwerk, Kanalbetrieb und -unterhalt an der Bayreuther Straße 105 angesiedelt sind. So wird die operative Arbeit zwischen Verwaltung und Anlage sauber getrennt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Einzugsgebiet, Anschluss und regionale Bedeutung
Die Kläranlage Erlangen ist für ein großes Einzugsgebiet dimensioniert. Das städtische Kanalnetz im Stadtgebiet umfasst rund 411 Kilometer mit 9.737 Schächten, 40 Entlastungsbauwerken unterschiedlicher Art und 22 Pumpwerken. Die Abwassersammelanlage arbeitet überwiegend im Mischsystem, also mit gemeinsamer Ableitung von Regen- und Schmutzwasser. Nur in einzelnen Bereichen wie der Sebaldussiedlung sowie Teilbereichen von Bruck, Eltersdorf, Büchenbach und Frauenaurach gibt es Trennsysteme. Auch modifizierte Mischsysteme in Entwicklungsgebieten wie Büchenbach West und Kriegenbrunn sind beschrieben. Das macht deutlich, wie stark die Reinigung am Klärwerk mit der Struktur des gesamten Stadt- und Umlandnetzes verbunden ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Die Leistung des Klärwerks ist dabei nicht allein auf Erlangen selbst ausgerichtet. Das offizielle Einzugsgebiet reicht von Eckenhaid im Osten bis Sintmann im Westen und von Kleinseebach im Norden bis Hüttendorf im Süden. Angeschlossen sind unter anderem Gemeinden wie Bubenreuth, Buckenhof und Möhrendorf sowie die Abwasserverbände Schwabachtal und Seebachgrund. Ende 2023 wurden insgesamt über 270.000 Einwohnerwerte beansprucht, davon etwas über 119.000 in Erlangen und mehr als 56.000 im Umland; hinzu kommen rund 95.000 Einwohnerwerte gewerblicher Einleiter. Zu den größten gewerblichen Einleitern zählen die Kliniken und Einrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Diese Zahlen zeigen, warum das Klärwerk nicht nur lokal, sondern regional eine Schlüsselrolle spielt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Geschichte vom Start 1957 bis zum Umbau im 21. Jahrhundert
Die Geschichte des Klärwerks Erlangen beginnt in einer Zeit, in der die Abwasserreinigung noch längst nicht den heutigen Standard hatte. Bis Anfang der 1950er Jahre wurde ein Großteil der Abwässer trotz ausgebautem Kanalnetz noch ungereinigt in die Regnitz geleitet. Erst 1957 nahm die Erlanger Zentralkläranlage am heutigen Standort ihren Betrieb auf. Die damalige Ausbaugröße betrug 60.000 Einwohnerwerte. Schon zwischen 1963 und 1978 wurde die erste Erweiterung nötig, unter anderem mit einer zweiten biologischen Reinigungsstufe, einem weiteren Faulturm, zwei Tropfkörpern und der Schlammentwässerung. Diese frühe Entwicklung zeigt, wie stark die Stadt mit wachsender Bevölkerung und wachsendem Infrastrukturbedarf reagieren musste. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Ein grundlegender Neubeginn erfolgte ab 2003: Das Klärwerk wurde bei laufendem Betrieb neu gestaltet und zu einer einstufig biologischen Anlage nach dem Belebtschlammverfahren umgebaut. Tropfkörper wurden abgerissen, neue Becken errichtet und vorhandene Becken zu Nitrifikations- und Denitrifikationsbecken umgebaut. 2008 konnte diese Maßnahme erfolgreich abgeschlossen werden. Bis 2014 folgten der Neubau der mechanischen Reinigung sowie die Sanierung und der Umbau der Faulung. Ab 2013 startete dann das energiewirtschaftliche und wasserrechtliche Ausbaukonzept 2030, das Reinigungsleistung und Energieoptimierung zusammen denkt. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt damit einen klaren Wandel von einer klassischen Kläranlage hin zu einer hochmodernen, kontinuierlich optimierten Umweltanlage. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Energie, Klärgas und nachhaltige Schlammbehandlung
Klärwerke gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern, und genau deshalb setzt Erlangen seit Jahren stark auf Eigenenergie und Effizienz. Aus den Faultürmen des Klärwerks werden jährlich rund 2,4 Millionen Kubikmeter Klärgas gewonnen, das zu etwa 60 Prozent aus Methan besteht. Dieses Gas wird in einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage genutzt, in der drei Gasmotoren mit jeweils 600 Kilowatt Nennleistung rund 5,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zusätzlich wird die anfallende Wärme über Wärmetauscher an Wärmeverbraucher im Klärwerk, etwa die Faultürme oder die Warmwasseraufbereitung, weitergeleitet. Die offizielle Broschüre beschreibt das Klärwerk deshalb als energiebewusst und zeigt, wie Abwasserreinigung und Energieerzeugung hier zusammengeführt werden. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Die Energieeffizienz wurde in den vergangenen Jahren systematisch gesteigert. Die Stadt nennt unter anderem die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Rührwerke, eine verbesserte Steuerung der Gebläsemotoren, größere Klärgasspeicher, die energetische Optimierung der Prozesssteuerung, neue Gasmotoren für die KWK-Anlage sowie den laufenden Austausch der Beleuchtung auf LED-Leuchtmittel und die Umrüstung der Fahrzeugflotte auf Elektroautos. Besonders wichtig ist die neue regenerative Schlammtrocknung: Seit 2023 arbeitet ein Bandtrockner, der den Schlamm auf über 90 Prozent Feststoffanteil bringt und die zu entsorgende Menge um 70 Prozent verringert. Laut Broschüre arbeitet diese Anlage vollständig CO2-neutral und spart zusammen mit der regenerativen Energie jährlich rund 18.000 Tonnen CO2-Äquivalente ein. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Klärschlamm, Phosphorrückgewinnung und 4. Reinigungsstufe
Ein wesentlicher Schwerpunkt des aktuellen Ausbaus ist die Klärschlammbehandlung. Hintergrund ist die veränderte Rechtslage zur Entsorgung und Verwertung von Klärschlamm sowie der Wunsch, wertvolle Stoffe zurückzugewinnen. In Erlangen wurde 2023 eine regenerative Schlammtrocknungsanlage in Betrieb genommen; zusätzlich wurde eine Anlage zur Phosphorrückgewinnung gestartet, bei der über eine Hydrolyse des Faulschlamms und das sogenannte MAP-Verfahren Struvit gebildet wird. Struvit kann als Langzeitdünger genutzt werden. Die Stadt erläutert zudem, dass Phosphor ein endlicher Rohstoff ist und Verluste vermieden werden sollen. Für einen kommunalen Betrieb ist das mehr als Technik: Es ist ein Baustein für Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Der nächste große Schritt ist die 4. Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination. Die Stadt Erlangen beschreibt, dass die bisherige Abwasserreinigung Spurenstoffe aus Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten sowie bestimmten Industrie- und Haushaltschemikalien fast vollständig im behandelten Abwasser belässt. Geplant ist deshalb eine zusätzliche Reinigung mit Ozon und Aktivkohle, wobei eine bestehende Filteranlage um- und ausgebaut wird. Das Vorhaben ist Teil des Ausbaukonzepts 2030, läuft seit 2020 und wurde im Bau- und Werkausschuss zuletzt am 9. April 2024 bestätigt. Für ausgewählte Indikatorspurenstoffe soll an Trockenwettertagen eine mittlere Eliminationsrate von mindestens 80 Prozent erreicht werden. Damit reagiert das Klärwerk auf eine der wichtigsten Umweltfragen moderner Abwasserbehandlung: Wie lassen sich auch kleinste Stoffmengen wirksam aus dem Wasserkreislauf entfernen? ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
Die Zukunft des Standorts ist dabei nicht auf Reinigungsleistung allein reduziert, sondern auf ein stabiles Gleichgewicht zwischen Umweltwirkung, Energiehaushalt und Wirtschaftlichkeit. Für die 4. Reinigungsstufe sollen zusätzliche Photovoltaikanlagen und weitere Klärgasspeicher eingesetzt werden, damit der Betrieb energieneutral bleibt. Die aktuellen Planungsunterlagen nennen für den Neubau von Ozonierung, Umbau des Abwasserfilters und PV-Anlagen Kosten von rund 36 Millionen Euro; bis zu 15 Millionen Euro staatliche Zuweisungen wurden in Aussicht gestellt. Als geplanter Fertigstellungstermin ist 2027 genannt. Für Erlangen bedeutet das: Die Anlage entwickelt sich weiter, ohne ihre Grundfunktion aus den Augen zu verlieren. Sie bleibt eine hochkomplexe, regionale Infrastruktur für sauberes Wasser, Ressourcenschutz und technische Innovation. ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
Quellen:
Kläranlage Erlangen | Funktionsweise & Aufbau
Das Klärwerk Erlangen an der Bayreuther Straße 105 ist eine der wichtigsten technischen Anlagen der Stadt und ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen sammelt dort die anfallenden Abwässer, reinigt sie im Klärwerk, verwertet den entstehenden Klärschlamm und betreibt zugleich die dafür nötige Kanalisation. Die Anlage ist für bis zu 350.000 Einwohnerwerte ausgelegt und reinigt täglich rund 35.000 Kubikmeter Schmutzwasser. Damit ist sie nicht nur für Erlangen selbst relevant, sondern für ein weit darüber hinausreichendes Einzugsgebiet mit Stadt, Umland, Gewerbe, Kliniken und universitären Einrichtungen. Wer nach einer Kläranlage in der Nähe sucht, findet hier also keinen Ort für Events, sondern ein hochentwickeltes Stück kommunaler Infrastruktur, das sauber arbeitende Technik, Energiegewinnung und Gewässerschutz miteinander verbindet. ([erlangen.de](https://erlangen.de/themenseite/informationsservice/eigenbetriebe/ebe?utm_source=openai))
Funktionsweise der Kläranlage Erlangen
Die Funktionsweise des Klärwerks Erlangen folgt dem klassischen Dreiklang der Abwasserreinigung, wurde aber im Lauf der Jahre technisch weiterentwickelt und auf einen einstufig-biologischen Betrieb umgebaut. Zuerst wird das ankommende Abwasser mechanisch behandelt: Einlaufhebewerk, Stufenrechen, Sandfang und Vorklärbecken entfernen Grobstoffe, Sand und absetzbare Inhaltsstoffe. Anschließend übernimmt die biologische Reinigung mit Belebungsanlage, Nitrifikation, vorgeschalteter Denitrifikation und Nachklärung. Die Stadt beschreibt zudem eine Phosphatfällung im Zulauf der Nachklärung und bei Bedarf im Filtergebäude. So werden die natürlichen Selbstreinigungsprozesse von Gewässern in kontrollierten Reaktionsräumen nachgebildet und technisch stabil geführt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Besonders interessant ist dabei, dass die Anlage nicht nur auf Reinigung, sondern auch auf Störungsresilienz und Prozesskontrolle ausgelegt ist. Das Klärwerk verfügt über Hochwasserpumpwerke, die den Betrieb bei erhöhtem Wasserstand sichern, sowie über ein Prozessleitsystem, das Daten und Meldungen der Betriebszustände erfasst, verarbeitet, archiviert und dokumentiert. Ergänzt wird das durch Labor-, Dienst- und Betriebsgebäude, die den laufenden Betrieb absichern. Auch die getrennte Behandlung des bei der Schlammbehandlung anfallenden Abwassers gehört zur Funktionsweise der Anlage. Das zeigt: Die Kläranlage Erlangen ist nicht nur eine Reinigungseinheit, sondern ein präzise gesteuertes Gesamtsystem, in dem mechanische, biologische, chemische und digitale Komponenten ineinandergreifen. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Aufbau und Anlagenbereiche am Standort Bayreuther Straße 105
Der Standort in der Bayreuther Straße 105 umfasst deutlich mehr als einzelne Becken. In den städtischen Unterlagen werden als zentrale Bauwerke unter anderem Becken unterschiedlicher Tiefe und Grundrisse, verbindende Leitungen und Kanäle, Betriebsgebäude für Hebe- und Rechenanlage, die Gasanlage mit Blockheizkraftwerk, Faultürme, Anlagen zur Schlammentwässerung und -trocknung, eine Abwasserfilterung, die Brauchwasseraufbereitung sowie Betriebshalle, Garagen, Dienst- und Laborgebäude genannt. Dazu kommen Pumpwerke, die die Schlammströme zwischen den verschiedenen Reinigungsstufen aufrechterhalten und den sicheren Betrieb bei Hochwasser unterstützen. Der Standort ist damit ein industriell geprägter, hochfunktionaler Arbeitsort, dessen Struktur exakt auf die Anforderungen einer großen kommunalen Abwasseranlage zugeschnitten ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Für die praktische Orientierung ist wichtig: Das Klärwerk liegt am Nordrand der Stadt Erlangen und grenzt östlich jenseits von A73 und Staatsstraße 2244 an Wohngebiete der Gemeinde Bubenreuth. Die offizielle Adresse lautet Bayreuther Straße 105, 91054 Erlangen. Aus SEO-Sicht ist das besonders relevant für Suchanfragen wie Kläranlage in der Nähe oder Klärwerk Erlangen, weil der Standort klar verortet und kommunal eindeutig zugeordnet ist. Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen arbeitet an zwei Standorten: Die Werkleitung, Verwaltung und der Klärwerksbau sitzen in der Werner-von-Siemens-Straße 61, während Klärwerk, Kanalbetrieb und -unterhalt an der Bayreuther Straße 105 angesiedelt sind. So wird die operative Arbeit zwischen Verwaltung und Anlage sauber getrennt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Einzugsgebiet, Anschluss und regionale Bedeutung
Die Kläranlage Erlangen ist für ein großes Einzugsgebiet dimensioniert. Das städtische Kanalnetz im Stadtgebiet umfasst rund 411 Kilometer mit 9.737 Schächten, 40 Entlastungsbauwerken unterschiedlicher Art und 22 Pumpwerken. Die Abwassersammelanlage arbeitet überwiegend im Mischsystem, also mit gemeinsamer Ableitung von Regen- und Schmutzwasser. Nur in einzelnen Bereichen wie der Sebaldussiedlung sowie Teilbereichen von Bruck, Eltersdorf, Büchenbach und Frauenaurach gibt es Trennsysteme. Auch modifizierte Mischsysteme in Entwicklungsgebieten wie Büchenbach West und Kriegenbrunn sind beschrieben. Das macht deutlich, wie stark die Reinigung am Klärwerk mit der Struktur des gesamten Stadt- und Umlandnetzes verbunden ist. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/umweltgemeinwohlbericht.pdf))
Die Leistung des Klärwerks ist dabei nicht allein auf Erlangen selbst ausgerichtet. Das offizielle Einzugsgebiet reicht von Eckenhaid im Osten bis Sintmann im Westen und von Kleinseebach im Norden bis Hüttendorf im Süden. Angeschlossen sind unter anderem Gemeinden wie Bubenreuth, Buckenhof und Möhrendorf sowie die Abwasserverbände Schwabachtal und Seebachgrund. Ende 2023 wurden insgesamt über 270.000 Einwohnerwerte beansprucht, davon etwas über 119.000 in Erlangen und mehr als 56.000 im Umland; hinzu kommen rund 95.000 Einwohnerwerte gewerblicher Einleiter. Zu den größten gewerblichen Einleitern zählen die Kliniken und Einrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Diese Zahlen zeigen, warum das Klärwerk nicht nur lokal, sondern regional eine Schlüsselrolle spielt. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Geschichte vom Start 1957 bis zum Umbau im 21. Jahrhundert
Die Geschichte des Klärwerks Erlangen beginnt in einer Zeit, in der die Abwasserreinigung noch längst nicht den heutigen Standard hatte. Bis Anfang der 1950er Jahre wurde ein Großteil der Abwässer trotz ausgebautem Kanalnetz noch ungereinigt in die Regnitz geleitet. Erst 1957 nahm die Erlanger Zentralkläranlage am heutigen Standort ihren Betrieb auf. Die damalige Ausbaugröße betrug 60.000 Einwohnerwerte. Schon zwischen 1963 und 1978 wurde die erste Erweiterung nötig, unter anderem mit einer zweiten biologischen Reinigungsstufe, einem weiteren Faulturm, zwei Tropfkörpern und der Schlammentwässerung. Diese frühe Entwicklung zeigt, wie stark die Stadt mit wachsender Bevölkerung und wachsendem Infrastrukturbedarf reagieren musste. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Ein grundlegender Neubeginn erfolgte ab 2003: Das Klärwerk wurde bei laufendem Betrieb neu gestaltet und zu einer einstufig biologischen Anlage nach dem Belebtschlammverfahren umgebaut. Tropfkörper wurden abgerissen, neue Becken errichtet und vorhandene Becken zu Nitrifikations- und Denitrifikationsbecken umgebaut. 2008 konnte diese Maßnahme erfolgreich abgeschlossen werden. Bis 2014 folgten der Neubau der mechanischen Reinigung sowie die Sanierung und der Umbau der Faulung. Ab 2013 startete dann das energiewirtschaftliche und wasserrechtliche Ausbaukonzept 2030, das Reinigungsleistung und Energieoptimierung zusammen denkt. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt damit einen klaren Wandel von einer klassischen Kläranlage hin zu einer hochmodernen, kontinuierlich optimierten Umweltanlage. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Energie, Klärgas und nachhaltige Schlammbehandlung
Klärwerke gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern, und genau deshalb setzt Erlangen seit Jahren stark auf Eigenenergie und Effizienz. Aus den Faultürmen des Klärwerks werden jährlich rund 2,4 Millionen Kubikmeter Klärgas gewonnen, das zu etwa 60 Prozent aus Methan besteht. Dieses Gas wird in einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage genutzt, in der drei Gasmotoren mit jeweils 600 Kilowatt Nennleistung rund 5,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zusätzlich wird die anfallende Wärme über Wärmetauscher an Wärmeverbraucher im Klärwerk, etwa die Faultürme oder die Warmwasseraufbereitung, weitergeleitet. Die offizielle Broschüre beschreibt das Klärwerk deshalb als energiebewusst und zeigt, wie Abwasserreinigung und Energieerzeugung hier zusammengeführt werden. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Die Energieeffizienz wurde in den vergangenen Jahren systematisch gesteigert. Die Stadt nennt unter anderem die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Rührwerke, eine verbesserte Steuerung der Gebläsemotoren, größere Klärgasspeicher, die energetische Optimierung der Prozesssteuerung, neue Gasmotoren für die KWK-Anlage sowie den laufenden Austausch der Beleuchtung auf LED-Leuchtmittel und die Umrüstung der Fahrzeugflotte auf Elektroautos. Besonders wichtig ist die neue regenerative Schlammtrocknung: Seit 2023 arbeitet ein Bandtrockner, der den Schlamm auf über 90 Prozent Feststoffanteil bringt und die zu entsorgende Menge um 70 Prozent verringert. Laut Broschüre arbeitet diese Anlage vollständig CO2-neutral und spart zusammen mit der regenerativen Energie jährlich rund 18.000 Tonnen CO2-Äquivalente ein. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Klärschlamm, Phosphorrückgewinnung und 4. Reinigungsstufe
Ein wesentlicher Schwerpunkt des aktuellen Ausbaus ist die Klärschlammbehandlung. Hintergrund ist die veränderte Rechtslage zur Entsorgung und Verwertung von Klärschlamm sowie der Wunsch, wertvolle Stoffe zurückzugewinnen. In Erlangen wurde 2023 eine regenerative Schlammtrocknungsanlage in Betrieb genommen; zusätzlich wurde eine Anlage zur Phosphorrückgewinnung gestartet, bei der über eine Hydrolyse des Faulschlamms und das sogenannte MAP-Verfahren Struvit gebildet wird. Struvit kann als Langzeitdünger genutzt werden. Die Stadt erläutert zudem, dass Phosphor ein endlicher Rohstoff ist und Verluste vermieden werden sollen. Für einen kommunalen Betrieb ist das mehr als Technik: Es ist ein Baustein für Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit. ([erlangen.de](https://erlangen.de/uwao-api/faila/files/bypath/Dokumente/Eigenbetriebe/EBE/klaerwerk_erlangen_broschuere.pdf))
Der nächste große Schritt ist die 4. Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination. Die Stadt Erlangen beschreibt, dass die bisherige Abwasserreinigung Spurenstoffe aus Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten sowie bestimmten Industrie- und Haushaltschemikalien fast vollständig im behandelten Abwasser belässt. Geplant ist deshalb eine zusätzliche Reinigung mit Ozon und Aktivkohle, wobei eine bestehende Filteranlage um- und ausgebaut wird. Das Vorhaben ist Teil des Ausbaukonzepts 2030, läuft seit 2020 und wurde im Bau- und Werkausschuss zuletzt am 9. April 2024 bestätigt. Für ausgewählte Indikatorspurenstoffe soll an Trockenwettertagen eine mittlere Eliminationsrate von mindestens 80 Prozent erreicht werden. Damit reagiert das Klärwerk auf eine der wichtigsten Umweltfragen moderner Abwasserbehandlung: Wie lassen sich auch kleinste Stoffmengen wirksam aus dem Wasserkreislauf entfernen? ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
Die Zukunft des Standorts ist dabei nicht auf Reinigungsleistung allein reduziert, sondern auf ein stabiles Gleichgewicht zwischen Umweltwirkung, Energiehaushalt und Wirtschaftlichkeit. Für die 4. Reinigungsstufe sollen zusätzliche Photovoltaikanlagen und weitere Klärgasspeicher eingesetzt werden, damit der Betrieb energieneutral bleibt. Die aktuellen Planungsunterlagen nennen für den Neubau von Ozonierung, Umbau des Abwasserfilters und PV-Anlagen Kosten von rund 36 Millionen Euro; bis zu 15 Millionen Euro staatliche Zuweisungen wurden in Aussicht gestellt. Als geplanter Fertigstellungstermin ist 2027 genannt. Für Erlangen bedeutet das: Die Anlage entwickelt sich weiter, ohne ihre Grundfunktion aus den Augen zu verlieren. Sie bleibt eine hochkomplexe, regionale Infrastruktur für sauberes Wasser, Ressourcenschutz und technische Innovation. ([erlangen.de](https://erlangen.de/mitgestalten/38113910))
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