SC DHfK Leipzig im Abstiegskampf
Leipzig stoppt die Pleitenserie: 30:29-Sieg gegen Erlangen
Der SC DHfK Leipzig hat im Abstiegskampf ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Am Donnerstagabend gewann das Team von Trainer Frank Carstens vor 4.510 Zuschauern mit 30:29 (17:13) gegen den HC Erlangen und beendete damit eine Serie von neun sieglosen Spielen. Es war zugleich der erste Heimsieg des Jahres.
In der Tabelle hat der Erfolg unmittelbare Folgen: Leipzig gab die „Rote Laterne“ – das Sinnbild für den jeweils aktuellen Tabellenletzten – vorerst ab und steht mit 13:47 Punkten auf dem vorletzten Rang. Für eine Mannschaft, die zuletzt häufig früh ins Hintertreffen geraten war, wog dabei weniger ein einzelnes Highlight als die Art, wie sie die Partie drehte und über lange Strecken kontrollierte.
Leipzig startet mutig – und bekommt defensiv zunächst keinen Zugriff
Leipzig begann mit Tempo, bekam in der Anfangsphase aber keinen stabilen Zugriff in der Abwehr. Vor allem gegen die Erlanger Rückraumaktionen agierten die Gastgeber zu passiv, die Gäste nutzten die Räume konsequent. Mitte der ersten Halbzeit lag der SC DHfK deshalb mit 9:11 zurück.
Erst danach verschob sich das Bild: Torhüter Tomas Mrkva steigerte sich, zugleich stand Leipzig in der Deckung kompakter und arbeitete die Würfe der Erlanger stärker in ungünstige Zonen. In einem Spiel, das bis dahin vor allem vom Rhythmuswechsel lebte, war es diese Stabilisierung im Zentrum, die Leipzig überhaupt erst in die Lage brachte, eigene Angriffe ruhiger auszuspielen.
Der 6:1-Lauf vor der Pause gibt Leipzig die Kontrolle
Die entscheidende Phase der ersten Halbzeit folgte kurz vor der Pause. Mit einem 6:1-Lauf wandelte Leipzig den Rückstand in eine 15:12-Führung (25.) um. Aus einem offenen Schlagabtausch wurde in diesen Minuten ein Spiel, in dem Leipzig die Kontrolle übernahm – auch weil die Abwehrarbeit nun Ballgewinne und schnelle, klare Abschlüsse ermöglichte.
Zur Halbzeit stand es 17:13. Carstens verwies später vor allem auf die defensive Qualität nach dem Seitenwechsel und darauf, dass seine Mannschaft sich viele Lösungen über individuelle Aktionen erarbeiten musste – ein Hinweis darauf, dass der Sieg nicht aus einem einzigen taktischen Kniff entstand, sondern aus einer Mischung aus gesteigerter Präsenz in der Defensive, verbesserten Torhüteraktionen und Momenten, in denen Leipzig im Angriff Verantwortung übernahm.
Klare Führung, dann wird es wieder eng
Nach der Pause baute Leipzig den Vorsprung aus: Beim 21:15 (39.) wirkte das Spiel zunächst in Richtung Heimsieg gekippt, spätestens beim 27:21 (52.) schien die Entscheidung nahe. Dean Bombac war mit acht Toren der beste Leipziger Werfer und gab dem Angriff in vielen Situationen Struktur und Abschlussqualität.
Doch in der Schlussphase geriet die Partie noch einmal ins Wanken. Leipzig verlor zeitweise die klare Linie, Erlangen verkürzte Schritt für Schritt. Marek Nissen war dabei kaum zu bremsen und kam insgesamt auf elf Treffer. 43 Sekunden vor dem Ende war der HC Erlangen wieder auf ein Tor heran.
Leipzig brachte den Vorsprung dennoch ins Ziel und spielte im letzten Angriff die Uhr herunter. Damit gewann der SC DHfK auch das zehnte Bundesliga-Heimspiel gegen die Franken.
Erleichterung im Abstiegskampf – und ein Signal nach innen
Unterm Strich war es ein Sieg, der weniger durch Glanz als durch Wirkung zählt: zwei Punkte, die im Tabellenkeller sofort helfen, und ein Abend, der nach Wochen ohne Erfolg ein Stück Selbstvertrauen zurückbringen kann. Dass Leipzig nach deutlicher Führung noch einmal ins Zittern geriet, bleibt ein Warnsignal. Entscheidend für den Moment ist jedoch: Die Negativserie ist beendet – und Leipzig hat gezeigt, dass es in Druckphasen Spiele nicht nur offenhalten, sondern auch gewinnen kann.

