NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer im Stadtmuseum Erlangen


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Adolf Schinnerer neu entdecken: Impressionismus, Grafik und fränkische Landschaft
Zum 150. Geburtstag widmet das Stadtmuseum Erlangen dem Maler, Grafiker, Illustrator und Kunstschriftsteller Adolf Schinnerer eine umfassende Sonderausstellung. Vom 25. Oktober 2026 bis zum 14. Februar 2027 eröffnet NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer einen neuen Blick auf einen Künstler, der Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Kunstschaffenden der Erlanger Region zählte.
Ein Künstler zwischen Malerei und Druckgrafik
Adolf Schinnerer wurde 1876 in Schwarzenbach an der Saale geboren und wuchs in Erlangen und Neustadt an der Aisch auf. Nach seinem Studium in München und an der Karlsruher Kunstakademie entwickelte er ein vielseitiges Werk zwischen Malerei, Zeichnung, Illustration und Radierung. Ab 1903 widmete er sich intensiv der Druckgrafik; später prägte er als Professor und Akademieleiter die Ausbildung mehrerer Künstlergenerationen in München.
Die Ausstellung ordnet Schinnerers Schaffen kunsthistorisch im Umfeld des Impressionismus ein. Gemeinsam mit Georg Greve-Lindau, dem ersten Teil der Jubiläumsausstellungsreihe, verbindet ihn nicht nur das Studium an der Karlsruher Kunstakademie, sondern auch die Arbeit in Tennenlohe und die Auszeichnung mit dem renommierten Villa-Romana-Preis.
Fränkische Motive, kräftige Farben und atmosphärisches Licht
Im Zentrum stehen Ansichten aus Franken und Tennenlohe. Schinnerer fand seine Motive in der ländlichen Umgebung Erlangens und später in der Landschaft bei München. Seine Gemälde beeindrucken durch eine konzentrierte Farbigkeit, klare Formen und eine unmittelbare Wahrnehmung von Licht und Atmosphäre. Die Landschaft erscheint dabei nicht als bloße Kulisse, sondern als eigenständiger Erfahrungsraum.
Die repräsentative Auswahl umfasst mehr als hundert Gemälde und Grafiken. Zahlreiche Werke stammen aus privatem Familienbesitz und sind erstmals in Erlangen zu sehen. Mehrere Neuzugänge des Stadtmuseums ergänzen die Leihgaben und machen die Ausstellung zu einer besonderen Gelegenheit für die Werkbetrachtung.
Die Kaltnadel als Ausdrucksmittel
Besondere Meisterschaft erreichte Schinnerer in der Kaltnadelradierung. Mit scharf gesetzten Linien und einer markanten, teilweise rauen Oberflächenwirkung schuf er ausdrucksstarke Landschafts- und Personendarstellungen. Seine Radierzyklen zeigen eine eigenwillige Fantasie, die neben poetischen Momenten auch düstere und verstörende Bildwelten umfasst.
Damit erweitert die Ausstellung den Blick auf Schinnerer über den impressionistischen Landschaftsmaler hinaus. Zeichnung und Druckgrafik erscheinen als eigenständige Felder einer künstlerischen Sprache, in der Beobachtung, Erzählung und psychologische Spannung ineinandergreifen.
Kunsterlebnis und kulturelle Bildung
Das Stadtmuseum Erlangen verbindet die Ausstellung mit einem vielseitigen Begleitprogramm. Öffentliche Führungen, Familienführungen, Kreativangebote, Ferien-Workshops und ein Praxis-Workshop zur experimentellen Landschaft eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Schinnerers Kunst. Eine Führung mit kreativem Impuls sowie buchbare Angebote für Gruppen und Schulklassen vertiefen die kulturelle Bildung.
Auch inklusive Formate sind vorgesehen: Führungen können nach Anmeldung durch Gebärdensprachdolmetscher begleitet werden, außerdem steht eine mobile FM-Anlage für hörbeeinträchtigte Besucherinnen und Besucher zur Verfügung. So entsteht eine Ausstellungsatmosphäre, in der ästhetische Erfahrung, kunsthistorisches Fachwissen und eigenes Erproben zusammenfinden.
Fazit: Eine historische Wiederbegegnung mit überraschender Aktualität
NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer macht sichtbar, wie facettenreich ein Künstler zwischen Impressionismus, Landschaftsmalerei und Originalgrafik gearbeitet hat. Die Ausstellung verspricht ein sinnliches Kunsterlebnis mit leuchtenden Farben, prägnanten Linien und einer faszinierenden Verbindung von regionaler Erinnerung und überregionaler Kunstgeschichte. Wer die ästhetische Erfahrung von Malerei und Druckgrafik unmittelbar erleben möchte, sollte diese Wiederentdeckung im Stadtmuseum Erlangen nicht verpassen.
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