NEU GESEHEN im Stadtmuseum Erlangen: Adolf Schinnerers Kunst neu erleben

Event: Ausstellung: NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer in Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen on 7. November 2026

Datum und Uhrzeit

7. November 2026 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Erlangen
Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen, Deutschland

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer: Landschaft, Linie und Imagination

Anlässlich des 150. Geburtstags widmet das Stadtmuseum Erlangen dem fränkischen Maler, Grafiker, Illustrator und Kunstschriftsteller Adolf Schinnerer eine umfassende Sonderausstellung. Vom 25. Oktober 2026 bis zum 14. Februar 2027 eröffnet die Schau einen neuen Blick auf einen vielseitigen Künstler, der die Kunstgeschichte der Erlanger Region nachhaltig geprägt hat.

Ein Künstler zwischen Malerei und Grafik

Adolf Schinnerer wurde 1876 in Schwarzenbach an der Saale geboren und wuchs in Erlangen und Neustadt an der Aisch auf. Nach Studien in München und an der Karlsruher Kunstakademie entwickelte er ein eigenständiges Œuvre zwischen Malerei, Zeichnung, Radierung, Illustration und Kunstschriftstellerei. Ab 1903 widmete er sich intensiv der Druckgrafik; später lehrte er an der Münchner Kunstgewerbeschule und an der Akademie der Bildenden Künste München, deren Präsident er 1946 wurde.

Fränkische Landschaften neu betrachtet

Im Zentrum der Ausstellung stehen Ansichten aus Franken und Tennenlohe, wo Schinnerer in den Jahren 1904 bis 1910 lebte und arbeitete. Seine Motive fand er in der Natur, in ländlichen Wegen, Gärten und Ortsansichten. Die Landschaft erscheint dabei nicht als bloße topografische Studie, sondern als atmosphärischer Erfahrungsraum. Farben, Linien und Flächen verdichten sich zu einer stillen, poetischen Bildsprache.

Eine repräsentative Auswahl von mehr als hundert Gemälden und grafischen Arbeiten macht die Spannweite seines Schaffens sichtbar. Zahlreiche Werke stammen aus privatem Familienbesitz und sind erstmals in Erlangen zu sehen. Dadurch erhält die Ausstellung den Charakter einer künstlerischen Wiederentdeckung.

Impressionismus mit eigenständiger Handschrift

Schinnerers Gemälde gelten als vom Impressionismus geprägt. Zugleich entwickelte er einen unverwechselbaren Stil, der sich nicht vollständig einer einzelnen Kunstrichtung zuordnen lässt. Oft arbeitete er mit wenigen kräftigen Farben und konzentrierte die Bildwirkung auf klare Formen, rhythmische Linien und eine sensible Beobachtung des Lichts.

Besonders eindrucksvoll tritt diese Eigenständigkeit in den Radierungen und Zeichnungen hervor. Die Grafik verbindet technische Präzision mit intensiver Ausdruckskraft. Literarische, biblische, märchenhafte und mythologische Themen erweitern den Blick über die sichtbare Landschaft hinaus und verleihen dem Werk eine nachdenkliche, bisweilen symbolische Dimension.

Werkbetrachtung als ästhetische Erfahrung

Die Ausstellung lädt zu einer entschleunigten Werkbetrachtung ein. Zwischen Malerei und Druckgrafik entstehen Spannungen zwischen Farbfläche und Linie, unmittelbarer Naturbeobachtung und innerer Vorstellungskraft. Die Ausstellungsatmosphäre eröffnet ein Kunsterlebnis, das historische Einordnung und sinnliche Wahrnehmung miteinander verbindet.

Auch Familien und junge Besucherinnen und Besucher können Schinnerers Kunst auf spielerische Weise entdecken. Zur Ausstellung bietet das Stadtmuseum eine Erlebnistasche für Kinder ab sechs Jahren und kunstbegeisterte Erwachsene an. Unterschiedliche Impulse regen dazu an, Bilder aus ungewohnten Perspektiven zu betrachten, sich poetisch mit Motiven auseinanderzusetzen und Farbe, Form und Wahrnehmung neu zu verbinden.

Kulturelle Bildung und regionale Kunstgeschichte

NEU GESEHEN stellt Schinnerer in einen größeren kunsthistorischen Zusammenhang. Gemeinsam mit Georg Greve-Lindau, dessen Jubiläumsausstellung 2026 den Auftakt bildete, verbindet ihn die Ausbildung an der Karlsruher Kunstakademie, die Zeit in Tennenlohe und die Auszeichnung mit dem renommierten Villa-Romana-Preis. Das Stadtmuseum macht damit sichtbar, wie eng regionale Landschaft, künstlerische Netzwerke und überregionale Kunstentwicklung miteinander verbunden sind.

Fazit: Eine Ausstellung für neugierige Augen

NEU GESEHEN – Adolf Schinnerer verspricht eine konzentrierte Begegnung mit Malerei, Grafik und fränkischer Landschaftskunst. Die Ausstellung verbindet historische Recherche, kunstwissenschaftliche Expertise und unmittelbare ästhetische Erfahrung. Wer die stille Kraft von Landschaftsbildern, die Ausdrucksmöglichkeiten der Radierung und die kulturelle Geschichte Erlangens neu entdecken möchte, sollte dieses Kunsterlebnis im Stadtmuseum Erlangen live erleben.

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Quellen:

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