Cyrill Lachauer. The Sunset Route im Kunstpalais: Landschaft als Erzählraum


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Cyrill Lachauer. The Sunset Route im Kunstpalais: Landschaft als Erzählraum
Mit The Sunset Route zeigt das Kunstpalais Erlangen eine Ausstellung, in der Fotografie und Film zu einer vielschichtigen Installation verschmelzen. Cyrill Lachauer verbindet persönliche Erfahrung, geopolitische Beobachtung und poetische Bildsprache zu einem Kunsterlebnis, das Landschaft nicht als Kulisse, sondern als sprechenden Raum begreift.
Wenn Landschaft Geschichte trägt
Der Künstler kehrt in seinem fotografischen und filmischen Werk immer wieder zur Landschaft zurück. In Erlangen entfaltet sich daraus eine Werkbetrachtung von besonderer Dichte: Orte erscheinen als Speicher von Erinnerung, Arbeit, Migration und Widerstand. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2026 und führt vor, wie eng Ästhetische Erfahrung und politische Lesbarkeit in Lachauers Praxis miteinander verbunden sind.
Autoethnografie mit filmischer Spannung
Im Zentrum steht eine poetische Autoethnografie, die Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung und Widerständigkeit stellt. Zugleich thematisiert die Schau Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung. Lachauer arbeitet dabei mit einem präzisen Gespür für historische und politische Kontexte. Seine Bilder, Sequenzen und Collagen eröffnen einen Raum, in dem das Persönliche und das Gesellschaftliche ineinandergreifen.
Narrative Landscapes zwischen Amerika und Europa
Besonders prägnant ist das Konzept der narrative landscapes: Orte, die Menschen, lokale Kulturen, Geschichten, Objekte und materielle Bedingungen in sich tragen. Die Ausstellung nimmt Bezug auf Reisen durch die USA, Mexiko und Bosnien und verbindet diese Erfahrungen mit dem Motiv der Bahnlinie The Sunset Route, die seit dem 19. Jahrhundert Migration, Bewegung und Sehnsucht bündelt. So entsteht ein Raum, in dem sich Fotografien, Filme und ortsspezifische Elemente gegenseitig aufladen.
Fotografie, Film und Installation im Dialog
Zu sehen sind unter anderem die Serie Cardboard & Copenhagen, mit Einwegkameras aufgenommene Fragmente eines Lebens unterwegs, sowie Birds (Nat. Geo. 1989–1999), eine Collagenarbeit zwischen Naturbeobachtung, Bildkritik und Hoffnung. Zwei erstmals gezeigte Kurzfilme ergänzen die Präsentation. Im Kunstpalais werden die Werkgruppen zu einer Installation zusammengeführt, die Raum, Zeit und Erzählung miteinander verschränkt.
Das Kunstpalais als Ort für zeitgenössische Kunst
Das Kunstpalais versteht sich als Museum für internationale Gegenwartskunst mit starkem Vermittlungsanspruch. Die Ausstellung passt ideal in dieses Profil: Sie fordert zur genauen Betrachtung auf, öffnet kunsthistorische und gesellschaftliche Perspektiven und schafft eine Atmosphäre, in der das Sehen selbst zum Erkenntnisprozess wird. Wer sich für Fotografie, Filmkunst, Installationen und die politische Dimension von Landschaft interessiert, findet hier ein anspruchsvolles und zugleich sinnliches Kunsterlebnis.
Fazit: The Sunset Route lädt dazu ein, Landschaft neu zu lesen und die Gegenwart mit geschärftem Blick zu betrachten. Die Ausstellung verspricht intensive Bildmomente, intellektuelle Tiefe und eine eindrucksvolle Raumwirkung. Ein Besuch im Kunstpalais Erlangen lohnt sich unbedingt – live entfaltet diese Ausstellung ihre volle ästhetische und gedankliche Kraft.
Offizielle Kanäle von Cyrill Lachauer:
- Instagram: https://www.instagram.com/cyrilllachauer
- Website: https://www.cyrilllachauer.net/










