Eva Nüßlein im Kunstpalais Erlangen: Malerei zwischen Punk, Traum und Gefühl


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Eva Nüßlein: Malerei zwischen Punk, Traum und unmittelbarem Gefühl
Mit Dreck unter den Nägeln präsentiert das Kunstpalais Erlangen vom 20. Juni bis 27. September 2026 die erste institutionelle Einzelausstellung der 1991 in Bamberg geborenen Künstlerin Eva Nüßlein. Ihre Malerei verwandelt persönliche Empfindungen, Popkultur und Subkultur in farbintensive Momentaufnahmen voller Energie, Verletzlichkeit und erzählerischer Offenheit.
Bildwelten wie Szenen kurz vor dem Erwachen
Nüßleins Bilder wirken wie theaterartige Situationen aus einem Traum: Figuren erscheinen im Scheinwerferlicht, Sterne, Tränen, Blitze, Konzerte und Totenköpfe kehren als prägnante Symbole wieder. Große Augen, expressive Gesten und erzählerische Übersteigerungen verweisen auf Einflüsse aus Manga und Comic. Acrylfarbe, plakative Formen und eine unmittelbare Bildsprache erzeugen eine starke Raumwirkung, die Betrachtende direkt in die emotionalen Szenen hineinzieht.
Malerei mit dem Rhythmus eines Albums
Die Welt der Musik, des Punk und der Subkultur prägt Eva Nüßleins künstlerische Praxis. Die Künstlerin ist Sängerin der Post-Punk-Band Ambiviolenz; zahlreiche Titel und Motive ihrer Werke lehnen sich an Songzeilen an. Dadurch entfaltet die Ausstellung eine besondere Atmosphäre: Die Gemälde wirken rhythmisch, laut und poetisch zugleich, als würden Farbe, Klang und Erinnerung ineinander übergehen.
Radikale Zugänglichkeit als künstlerische Haltung
Die Ausstellung lädt ohne kunstgeschichtliches Vorwissen zur Werkbetrachtung ein. Nüßlein entwickelt eine Bildsprache, die Gefühle nicht erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar macht. Angst, Trauer, Staunen, Vorfreude und der Wunsch nach Zugehörigkeit erhalten in ihren Arbeiten eine sichtbare Form. Ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse verbindet sich mit dem Anspruch, Kunst nicht ausgrenzend, sondern offen und zugänglich zu gestalten.
Zwischen Selbstbild, Nachtleben und Gemeinschaft
In den großformatigen Gemälden verdichten sich Themen des Erwachsenwerdens, von Beziehungen, Selbstbildern und dem Nachtleben. Die Figuren suchen Orte, an denen sie sich dem Augenblick hingeben können, ohne sich rechtfertigen zu müssen. So entsteht eine zeitgenössische Kunstausstellung, deren ästhetische Erfahrung zugleich persönlich und gesellschaftlich lesbar bleibt.
Besondere Werke und Vermittlungsangebote
Zu den präsentierten Arbeiten zählt unter anderem maybe twice in a lifetime aus dem Jahr 2024, eine 210 × 170 Zentimeter große Acrylmalerei auf Leinwand. Auch die Trampolin-Serie ist in der Ausstellung präsent. Für das Kunstpalais entstanden zudem zwei signierte, auf jeweils 25 Exemplare limitierte Kunstdrucke. Museumspädagogische Angebote wie PalaisKids verbinden die Betrachtung der Sternen- und Gefühlswelten mit kreativer Arbeit im Museumsatelier und eigenen Songtexten.
Am 27. September 2026 endet die Ausstellung im Kunstpalais. Das Museum ist an diesem Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch führt in eine farbintensive, emotional aufgeladene Malerei, die Popkultur, Punkästhetik und persönliche Erfahrung zu einer unverwechselbaren Kunstrichtung verbindet. Wer zeitgenössische Malerei als unmittelbares Kunsterlebnis und als Einladung zur eigenen Deutung erleben möchte, sollte Eva Nüßleins Ausstellung unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Eva Nüßlein:
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