Erlangen 1945/46 im Stadtarchiv: Zwischen Kriegsende und demokratischem Neubeginn

Event: „Gestern muß dem Heute weichen. Erlangen 1945/46“ und „Erlangen zwischen Ende und Anfang“ in Stadtarchiv Erlangen - EG Lesesaal, Luitpoldstraße 47, Eingang Bernhard-Plettner-Ring, 91054 Erlangen on 13. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

13. Oktober 2026 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Erlangen
91 Erlangen, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

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Entspannt

Veranstaltungsorttyp

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Erlangen 1945/46: Zwischen Kriegsende und demokratischem Neubeginn

Im Lesesaal des Stadtarchivs Erlangen begegnen sich zwei Ausstellungen, die den tiefgreifenden Wandel der Stadt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sichtbar machen. Die Präsentationen richten den Blick auf Erlangen zwischen dem 16. April 1945 und der ersten freien Gemeindewahl am 26. Mai 1946 – eine Zeit des politischen Umbruchs, der Neuordnung und vorsichtigen Aufbruchs.

Eine Stadt am Übergang

Am 16. April 1945 endete der Krieg in Erlangen mit der kampflosen Übergabe der Stadt. Gebäude und Infrastruktur blieben weitgehend unversehrt, doch das gesellschaftliche und politische Leben stand vor einem radikalen Neuanfang. Die Ausstellungen erzählen von der Beseitigung nationalsozialistischer Strukturen, der amerikanischen Besatzungsmacht und der schwierigen Organisation des Alltags.

Alltag, Schule und Bergkirchweih

Die Ausstellung „Gestern muß dem Heute weichen. Erlangen 1945/46“ entstand in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Erlangen. Ihre Plakate beleuchten die Wiederaufnahme des Schulbetriebs, die Wohnsituation, die erste Bergkirchweih nach dem Krieg und die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Militärregierung. Die historische Werkbetrachtung verbindet dabei Quellenarbeit mit kultureller Bildung und einem unmittelbaren Zugang zur Stadtgeschichte.

Die erste freie Kommunalwahl nach 13 Jahren

Im Zentrum der zweiten Präsentation steht die Gemeindewahl vom 26. Mai 1946. Unter schwierigen Bedingungen – geprägt von Zu- und Wegzügen, Ein- und Ausquartierungen sowie Entnazifizierungsmaßnahmen – wurde diese Wahl zu einem Prüfstein des demokratischen Neubeginns. Die Archivalienschau zeigt, wie voraussetzungsreich demokratische Teilhabe auf lokaler Ebene bereits unmittelbar nach der Diktatur war.

Archiv als Erfahrungsraum

Dokumente, Plakate und historische Zusammenhänge erzeugen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Die Präsentation macht Geschichte nicht als abstrakte Epoche, sondern als konkrete Erfahrung von Menschen sichtbar: in Verwaltungsakten, politischen Entscheidungen, schulischem Alltag und der mühsamen Rückkehr zu öffentlichem Leben. Das Stadtarchiv wird so zum Ort der ästhetischen Erfahrung, der historischen Orientierung und des gemeinsamen Erinnerns.

Fazit: Besucherinnen und Besucher erwartet ein präziser, anschaulicher Einblick in Erlangens Nachkriegszeit und die Anfänge demokratischer Selbstverwaltung. Wer verstehen möchte, wie eine Stadt nach Krieg und Diktatur wieder gesellschaftliche Ordnung gewann, erlebt hier ein eindrucksvolles Kunsterlebnis zwischen Archivalienschau, Plakatausstellung und lokaler Erinnerungskultur.

Offizielle Kanäle von Stadtarchiv Erlangen:

Quellen:

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