Familiengeschichte im Nationalsozialismus: Gesprächsabend im Stadtarchiv Erlangen


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Familiengeschichte im Nationalsozialismus: Erinnern, forschen, einordnen
Wie haben sich die eigenen Vorfahren während des Nationalsozialismus verhalten? Welche Quellen helfen bei der Recherche, und wie lassen sich persönliche Erkenntnisse historisch einordnen? Der Gesprächsabend im Stadtarchiv Erlangen widmet sich am Dienstag, 3. November 2026, der anspruchsvollen Erforschung familiärer Vergangenheit.
Zwischen Familienerinnerung und historischer Quelle
Die Online-Stellung der NSDAP-Mitgliederkartei auf der Internetseite des US-Nationalarchivs eröffnet neue Möglichkeiten für die Familienforschung. Zugleich entstehen Fragen, Unsicherheiten und mitunter auch emotionale Belastungen. Im Lesesaal des Stadtarchivs geht es darum, Recherchewege kennenzulernen, erste Ergebnisse kritisch zu prüfen und persönliche Familiengeschichten in den historischen Zusammenhang der Jahre 1933 bis 1945 einzuordnen.
Fachkundige Einblicke aus Archiv und Wissenschaft
Stadtarchivar Dr. Andreas Jobst gibt zunächst einen Überblick über die Aufarbeitung der NS-Geschichte. Anschließend spricht er gemeinsam mit Professorin Dr. Christina Strunck über Methoden, Erfahrungen und Herausforderungen der Familienforschung. Christina Strunck, Leiterin des Kunsthistorischen Instituts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, stellt Ergebnisse ihrer eigenen Recherche vor und liest Passagen aus ihrem Buch Die Aufsteiger. Deutscher Mittelstand unter Hitler: Eine Familiengeschichte.
Ein Abend für historische Neugier und verantwortungsvolle Recherche
Das Veranstaltungserlebnis lebt vom offenen Austausch: Besucherinnen und Besucher können Fragen zur Recherche stellen, eigene Erfahrungen einbringen und diskutieren, wie mit widersprüchlichen oder belastenden Erkenntnissen umzugehen ist. Die ruhige Atmosphäre des Lesesaals schafft dafür einen passenden Rahmen. Das Eventmanagement des Stadtarchivs verbindet wissenschaftliche Expertise mit niedrigschwelliger Zielgruppenansprache und lädt ausdrücklich zum gemeinsamen Nachdenken ein.
Fazit: Geschichte beginnt oft in der eigenen Familie
Der Gesprächsabend bietet Orientierung für alle, die ihre Familiengeschichte im Nationalsozialismus erforschen oder erste Funde besser verstehen möchten. Wer historische Quellen nicht nur sammeln, sondern kritisch bewerten und persönlich einordnen will, erlebt im Stadtarchiv Erlangen einen informativen und reflektierten Abend. Der Eintritt ist frei.
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