Eat my fear im Markgrafentheater: Tanztheater zwischen Traum und Albtraum


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Eat my fear: Wenn der Albtraum tanzen lernt
Am 12. Oktober 2026 öffnet sich im Großen Haus des Markgrafentheaters Erlangen ein Bühnenraum zwischen Traum und Wirklichkeit. Caroline Finns Tanztheaterproduktion Eat my fear taucht in die surrealen Bildwelten David Lynchs ein und verwandelt Angst, Groteske und die Absurdität des Alltags in körperstarke Bilder.
Zwischen Traumlogik und dunklem Humor
David Lynchs künstlerisches Universum bildet den atmosphärischen Resonanzraum dieser Inszenierung. Realität und Fiktion gleiten ineinander, rätselhafte Personen und eigentümliche Lebewesen begegnen sich, während das scheinbar Banale ins Unheimliche kippt. Die Dramaturgie folgt keiner geradlinigen Erzählung, sondern entwickelt einen schwebenden Zustand zwischen Traum und Albtraum.
Choreografie als Sprache der Angst
Caroline Finn verantwortet Choreografie, Regie und Kostüme. Gemeinsam mit der choreografischen Mitarbeit und Dramaturgie von Romain Guion entsteht eine Bühnenkunst, in der Bewegung zur psychologischen Spur wird. Die Schauspielkunst des Ensembles trifft auf präzise choreografische Impulse und lässt innere Spannungen sichtbar werden.
Stimme, Klang und Bühnenbild
Das Bühnenbild von Till Kuhnert bildet den offenen Spielraum für eine Inszenierung, in der Körper, Stimme und Sounddesign eng ineinandergreifen. Albrecht Ziepert gestaltet Chorarrangements und Sound Design, während der Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums Erlangen als Chor, Tänzerinnen und musikalische Klangquelle in das Geschehen eingebunden ist. Videokunst von Romane Ruggiero erweitert die Wahrnehmung um eine zusätzliche, flirrende Ebene.
Ein intensives Bühnenerlebnis
Die rund 100-minütige Aufführung kommt ohne Pause aus. Dadurch verdichtet sich die Theateratmosphäre zu einem kontinuierlichen Sog: Bewegungen, Stimmen, Lichtstimmungen und groteske Situationen verschieben fortwährend die Grenzen des Vertrauten. Das Publikum erlebt ein Tanztheaterstück, das nicht beruhigt, sondern die eigene Wahrnehmung in Bewegung bringt.
Fazit: Eat my fear verspricht ein eigenwilliges und bildgewaltiges Bühnenerlebnis für alle, die zeitgenössisches Tanztheater, surreale Dramaturgie und die dunkle Poesie David Lynchs live entdecken möchten. Wer sich auf die Uneindeutigkeit dieser Inszenierung einlässt, erlebt einen Theaterabend, der noch lange nach dem Schlussbild nachhallt.
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