Open Call: Oklahama im Markgrafentheater: Kafkas Verheißung wird zum abgründigen Bühnenspiel


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Ein zweifelhaftes Versprechen: Open Call: Oklahama in Erlangen
Franz Kafkas Karl Roßmann steht am Ende einer Odyssee und greift nach einem letzten Versprechen: Im Naturteater von Oklahama soll jeder willkommen sein, jeder gebraucht werden. Die Inszenierung Open Call: Oklahama bringt Kafkas Fragment am 4. Oktober 2026 auf die Bühne des Markgrafentheaters Großes Haus.
Kafkas amerikanischer Traum unter Spannung
Karl Roßmann hat die Arbeitswelt bereits mehrfach verschluckt und wieder ausgespuckt. Nun scheint sich vor ihm eine neue Tür zu öffnen. Doch das verheißene Theater erweist sich als rätselhafter Ort, an dem Zugehörigkeit, Sinn und Erfolg jederzeit kippen können. Die Dramaturgie verbindet haarsträubende Komik mit politischen Gegenwartsbezügen und lässt den amerikanischen Traum in einem schiefen, beunruhigend modernen Licht erscheinen.
Abgründiger Humor und vielschichtige Inszenierung
Regisseur Tomas Schweigen entwickelt aus Kafkas posthum als letztes Kapitel des Romans Amerika eingeordnetem Fragment ein Bühnenereignis zwischen Groteske, Gesellschaftsanalyse und existenzieller Suche. Die Inszenierung spielt mit Bedeutungsebenen und führt das Publikum in eine Welt, deren Regeln Karl Roßmann ebenso wenig durchschaut wie die Zuschauerinnen und Zuschauer.
Bühne, Kostüme und Video stammen von Stephan Weber, die Bühnenmusik von Martin Gantenbein. Linda Best verantwortet die Dramaturgie. Das Ensemble mit Lena Drieschner, Tobias Graupner, Vera von Gunten, Luca Hass, Silvester von Hößlin, Ralph Jung und Johannes Rebers verleiht der merkwürdigen Theatertruppe ihre wechselnden Gesichter.
Ein Theaterabend zwischen Hoffnung und Unbehagen
Die Theateratmosphäre lebt vom Kontrast: Auf die scheinbare Offenheit des Aufrufs folgt ein Spiel mit Unsicherheit, Kontrolle und gesellschaftlicher Anpassung. Kafkas präzise Beobachtung der Arbeitswelt trifft auf eine Regie, die Komik nicht als Entlastung, sondern als scharfe Vergrößerung gesellschaftlicher Widersprüche nutzt. So entsteht Schauspielkunst mit politischem Nachhall und einer eigentümlich schwebenden Spannung.
Fazit: Kafkas Verheißung live erleben
Open Call: Oklahama verspricht ein intensives Bühnenerlebnis über Arbeit, Ausgrenzung, Hoffnung und die Sehnsucht nach einem Platz in der Welt. Wer Kafka, zeitgenössisches Sprechtheater und abgründigen Humor schätzt, erlebt im Markgrafentheater eine Inszenierung, die noch lange nach dem Schlussbild weiterfragt.
Offizielle Kanäle von Schauspiel Erlangen:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden









